Die Eiserne Front: Kampf für die Demokratie in der Weimarer Republik
Die Eiserne Front war ein antifaschistisches Bündnis, das 1931 gegründet wurde, um die Weimarer Republik gegen aufkommende extremistische Bedrohungen zu verteidigen. Sie vereinte vor allem Sozialdemokraten und Gewerkschafter in einem paramilitärischen Verbund.[1][5]
Historischer Kontext
In den frühen 1930er Jahren stand die Weimarer Republik vor massiven Herausforderungen: Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und politische Instabilität begünstigten den Aufstieg der Nationalsozialisten. Die Harzburger Front von Oktober 1931, ein Bündnis rechter Kräfte wie NSDAP, DNVP und Stahlhelm, stellte eine direkte Bedrohung dar. Als Reaktion darauf initiierten SPD-nahe Organisationen die Eiserne Front am 16. Dezember 1931 in Berlin.[3][5][8]
Gründung und Organisation
Die Front entstand auf Initiative des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, des Bundes aktiver Demokraten und Gewerkschaften. Otto Wels, SPD-Vorsitzender, übernahm die politische Führung, während Karl Höltermann die technische Leitung führte. Sie umfasste SPD, Freie Gewerkschaften, Arbeiterturn- und Sportverbände sowie den Reichsbund der Kriegsbeschädigten – ein Dachverband republikanischer Kräfte.[2][7][1]
Symbolik und Propaganda
Das ikonische Symbol – drei rote Pfeile auf schwarzem Grund – wurde von Sergej Tschachotin und Carlo Mierendorff entwickelt. Es stand für Einheit, Freiheit und Demokratie und sollte die drei Pfeile der Harzburger Front konterkarieren. Otto Wels verkündete: „Die eiserne Front der Arbeiter beugt sich nicht!“ Massenveranstaltungen und Wahlkämpfe 1932 nutzten dieses Symbol wirkungsvoll.[10][1]
Aktivitäten und Kämpfe
Die Eiserne Front organisierte Straßendemonstrationen, Schutzwachen und Wahlkampagnen gegen Nazis und Kommunisten. Sie trat der SA und SS entgegen, blieb aber schlecht koordiniert. Trotz Millionen Anhängern fehlten bürgerliche Unterstützer; Liberale und Zentrumspartei hielten sich zurück. Die KPD bezeichnete sie als „Sozialfaschismus“ und bekämpfte sie.[8][9][3]
| Beteiligte Gruppen | Rolle |
|---|---|
| Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold | Kernorganisation, paramilitärisch [5] |
| Freie Gewerkschaften | Hammerschaften als Kampfeinheiten [6] |
| SPD | Politische Führung unter Otto Wels [1] |
| Arbeiter-Sportverbände | Physische Mobilisierung [9] |
Scheitern und Ende
Trotz Engagement konnte die Front den Machtantritt der Nazis 1933 nicht verhindern. Ereignisse wie der Preußenschlag 1932 zeigten ihre Schwäche. Im März 1933 wurde sie verboten und aufgelöst. Ihr Vermächtnis liegt in der symbolischen Verteidigung der Demokratie.[6][7]
Quellen
[1] 1931: SPD und Gewerkschaften mit „Eiserner Front“ gegen ... https://www.vorwaerts.de/geschichte/1931-spd-und-gewerkschaften-mit-eiserner-front-gegen-die-nazis
[2] Die Eiserne Front https://www.schulhilfen.com/die-eiserne-front.htm
[3] 1931: SPD und Gewerkschaften mit „Eiserner Front“ gegen ... https://vorwaerts.de/geschichte/1931-spd-und-gewerkschaften-mit-eiserner-front-gegen-die-nazis
[4] Einzelpreis 15 fennig http://library.fes.de/magdeburg/pdf/1932/1932-077.pdf
[5] Eiserne Front - Deutschland im Jahr 1931 - Zeitstrahl https://www.zeitklicks.de/zeitstrahl/1931/eiserne-front
[6] 1931 | Eiserne Front https://www.spd.de/160-jahre/1931-eiserne-front
[7] Eiserne Front, 1931-1933 https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Eiserne_Front,_1931-1933
[8] Eiserne Front https://de.wikipedia.org/wiki/Eiserne_Front
[9] Weimarer Republik - Innenpolitik - Die Eiserne Front https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/eisernefront
[10] Drei Pfeile, die gegen das Hakenkreuz flogen https://www.fes.de/themen/blog/drei-pfeile-die-gegen-das-hakenkreuz-flogen