Vernichtender Bericht über die ELSTER Grundsteuererklärung (Bayern) - Die Abgabe einer einfachen Fortschreibung zur Grundsteuer
Die Abgabe einer einfachen Fortschreibung zur Grundsteuer – in diesem Fall lediglich die Ergänzung eines Gartenhauses – entwickelt sich in ELSTER zu einem Paradebeispiel dafür, wie man Bürgerinnen und Bürger mit einem digitalen Verfahren maximal frustriert. Was eigentlich ein Routinevorgang sein sollte, wird durch eine Kombination aus unlogischer Menüführung, fehleranfälligen Formularen und widersprüchlichen Eingabeprüfungen zu einer Zumutung.
1. Datenübernahme aus der ursprünglichen Grundsteuererklärung? In der Theorie vorgesehen, in der Praxis nicht funktionsfähig.
Obwohl ELSTER die Übernahme der bereits bestätigten Daten anbietet, führt der Weg immer wieder in die falsche Formularart zurück – insbesondere in die Hauptfeststellung 2022, die für eine Fortschreibung völlig ungeeignet ist. Das System ignoriert die Auswahl des Nutzers und zwingt ihn in eine Sackgasse, aus der man nur durch kompletten Neustart entkommt.
2. Erneute Eingabe persönlicher Daten – obwohl sie unverändert bleiben sollen.
Statt die vorhandenen Daten korrekt zu übernehmen, verlangt ELSTER erneut die vollständige Eingabe von Name, Anschrift und weiteren persönlichen Angaben. Selbst wenn man „Zustellungsbevollmächtigung soll unverändert bleiben“ korrekt auswählt, erscheinen plötzlich Pflichtfelder, die angeblich ausgefüllt werden müssen – obwohl sich an der Zustellungsbevollmächtigung nichts geändert hat. Die anschließende Fehlermeldung lautet dann sinngemäß: „Ungültige Eingaben, weil sich nichts geändert hat.“
Ein Widerspruch in sich, aber typisch für die Logik dieses Systems.
3. Fehlerhafte Eingabeprüfung und willkürliche Fehlermeldungen.
ELSTER meldet Fehler, die keine sind, und akzeptiert Eingaben erst dann, wenn man sie mehrfach löscht, neu eingibt oder komplett umformuliert. Besonders absurd: Im Feld „Beschreibung der Änderungen“ tauchen plötzlich Zeichen auf, die der Nutzer nie eingegeben hat – und die das System anschließend als ungültig zurückweist. Erst nach manuellem Löschen und Neuformulieren akzeptiert ELSTER den Text.
4. Benutzerführung, die selbst erfahrene Anwender scheitern lässt.
Die Navigation ist unübersichtlich, die Formulare sind schlecht voneinander abgegrenzt, und die Bezeichnungen sind verwirrend ähnlich. Wer nicht zufällig weiß, welche der vielen nahezu identischen Optionen die richtige ist, landet zwangsläufig im falschen Formular.
Für Menschen ohne EDV‑Erfahrung ist dieses System schlicht unzumutbar.
Für Menschen mit EDV‑Erfahrung ist es ein Geduldstest.
Und selbst technisch versierte Nutzer können – wie in diesem Fall – trotz korrekter Vorgehensweise scheitern.
5. Fazit: Ein digitales Verfahren, das seinen Zweck verfehlt.
Statt die Grundsteuererklärung zu vereinfachen, erzeugt ELSTER zusätzliche Arbeit, unnötige Wiederholungen, widersprüchliche Fehlermeldungen und Frustration.
Ein einfacher Vorgang – das Hinzufügen eines Gartenhauses – wird zu einem mehrstündigen Kampf gegen ein System, das weder intuitiv noch stabil noch logisch arbeitet.
Das Ergebnis ist ein Verfahren, das Bürger nicht unterstützt, sondern ihnen Steine in den Weg legt.
Eine digitale Lösung, die den Namen nicht verdient.
Und eine Zumutung für alle, die sie nutzen müssen.